Die kleine Lederkunde

Lederpflege

Lebertran und Kokosmilch...? Zu früheren Zeiten waren die - meist pflanzlich gegerbten - Leder sehr dick und robust. Die Pflege des Leders umfasste stets nur die Imprägnierung durch Fett, von dessen nachteiligen Wirkungsweisen man noch nichts wusste. Erst später erkannte man die zerstörende Wirkung von Fetten und anderen Flüssigkeiten, die dann im Leder ranzig werden und es beschädigten. Leder von heute werden mit anderen Methoden gegerbt, sind weicher, wesentlich dünner und haben unterschiedliche Oberflächenstrukturen. Sie benötigen daher eine speziell abgestimmte Pflege. Die heutzutage erhältlichen Pflegemittel unterschiedlichster Hersteller sind zweifelsohne jedem "Hausmittelchen" oder "Nahrungsmittelfetten" vorzuziehen, ...bevor größere Schäden entstehen. Die Pflege der verschiedensten Lederarten nach Art der Gerbung und deren Behandlung (Anilin, Seminanilin – oder gedecktes Leder) ist daher sehr unterschiedlich. Kommt es doch auch darauf an, wozu es verwendet wird und nicht zuletzt auch wie intensiv es beansprucht wird. Bei den meisten Ledermöbeln handelt es sich heutzutage um einfarbiges, pigmentiertes Glattleder vom Rind. Daneben finden wir aber auch PU-Leder (Spaltleder vom Rind, das zur Stabilisierung mit einer Polyurethanschicht überzogen wurde). Hochwertige Ledermöbel bestehen aus einem offenporigem Anilinleder ohne jeglichen Schutz gegen Verschmutzung, Verbleichungen und Verfettungen.

Pflege von Neuledern: Bei deutlichen Verschmutzungen sollte das Leder mit einem milden Reiniger gesäubert werden. Je nach Beanspruchung und Grad der Verschmutzung muss das Leder alle 3 bis 6 Monate mit einem Lederschutz konserviert werden. Dadurch bleibt es länger weich und angenehm geschmeidig. Zudem verhindert man deutlich das ausbleichen durch die Sonneneinwirkung. Um Abfärbungen zu verhindern, empfehlen wir die regelmäßige Behandlung der Kontaktflächen mit einer Lederversiegelung. Dadurch wird verhindert, dass die Abfärbungen zu tief einziehen.

Pflege von PU-Ledern: Aufgrund der starken Beschichtung ergibt sich eine ganz andere Pflegenotwendigkeit als bei unbeschichteten Ledern. Bei diesen Ledern steht nicht die "Lederpflege" im Vordergrund, sondern die Pflege der Polyurethanbeschichtung, da Pflegemittel die obere Beschichtung nicht zu durchdringen vermögen. Diese Leder und Kunstleder sollten bei Bedarf mit einem fusselfreien trockenen oder nur leicht befeuchteten Lappen entstaubt werden. Alle 3 bis 6 Monate sollte das Leder gereinigt und gepflegt werden.

Pflege von älteren Ledern: Bei sichtbaren Verschmutzungen muss das Leder vor der Pflege mit einem milden Reiniger gesäubert werden. Wenn der Schmutz in der Tiefe der Narbung sitzt, dann sollte zusätzlich eine weiche Lederreinigungsbürste verwendet werden. Bei leichten Ausbleichungen, Abrieb und Abschürfungen wird die Originalfarbe des Leders mit einer Auffrischung in passender Farbe (nach Farbkarte oder Muster) behandelt. Gleichzeitig wird die Oberfläche wieder neu versiegelt. Zu reparierende oder tönende Stellen entfetten Sie vor der Bearbeitung mit Leder-Reinigungsbenzin damit die Reparaturprodukte gut haften.

Sie haben noch Fragen zur Pflege Ihres Ledermöbels? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an:

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