Die kleine Lederkunde

Gerbverfahren

Das Gerben von Tierhäuten ist ein wichtiger Schritt hin zum fertigen Leder. Die Tierhaut wird dadurch haltbar gemacht und für die Weiterverarbeitung stabilisiert. Dieser Prozess wird auch "Blößen" genannt. Man unterscheidet bei diesem Prozess folgende Gerbverfahren:

Chromgerbung: Als Gerbstoff wird fast immer 33%iges basisches Chromsulfat mit einem Chrom(III)-Oxid-Gehalt von etwa 26% verwendet.

Synthetische Gerbung: Gerbung mit Hilfe von Gerbstoffen, die künstlich hergestellt werden - wie Formaldehyd, Glutaraldehyd, Acrylate und Phenole. Sie findet Ihre Anwendung oft in Verbindung mit der Chromgerbung und der Pflanzengerbung.

Pflanzengerbung oder Lohgerbung: Bezeichnung für die Gerbung mit Eichen- und Fichtenrinde.

Trangerbung: Ledergerbung durch Oxidation von Tran oder Fischöl. Verwendet wird hierzu meist Dorschtran, seltener Tran von der Robbe oder vom Wal.

Weißgerbung: gerbverfahren, welches in Aluminiumsulfat und Kochsalz stattfindet. Dieses Verfahren wird verwendet, um Dekorationsfelle - z.B. als Bettvorleger - herzustellen. Die Lederseite wird bei dieser Gerbung weiß - daher die Bezeichnung Weißgerbung.

Medizinische Gerbung: Dieses Verfahren wird auch "Relugan-Gerbung" genannt. Es findet seine Anwendung im Zusammenhang mit Lammfellen. Dadurch erhalten diese Felle eine gute Waschbarkeit und eine hohe Lebensdauer.